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Zwei Bilder in Einem: Das Dach des botanischen Gartens und ein Panorama des Gartens

Sonnenschutz-Rarität 
im Botanischen Garten Karlsruhe

„Was am Tor funktioniert,
funktioniert auch auf dem Dach.“

Als „grüne Oase“ inmitten der Stadt ist der Botanische Garten in Karlsruhe bei Touristen wie Einwohnern gleichermaßen beliebt. Abseits von Straßenlärm und Trubel bietet er am Rande des Schlossgartens ein kleines Paradies, in dem es sich wunderbar durchatmen lässt – sei es beim Spaziergang oder beim Blick in die historischen Gewächshäuser aus dem späten 19. Jahrhundert, die mit ihrer tropischen Pflanzenpracht und echten Raritäten locken. Was dabei aber wahrscheinlich nur wenige Besucher bewusst wahrnehmen: Der Botanische Garten hat eine weitere Besonderheit zu bieten.

Diese befindet sich jedoch nicht unter, sondern auf der gläsernen Dächerkonstruktion des Palmenhauses: die denkmalgeschützten Schattiermatten. Diese sind maßgenau aus Holz gefertigt und sorgen für die optimale Beschattung der exotischen Pflanzen. Und das aus gutem Grund: Immerhin zählt Karlsruhe mit rund 1.800 Sonnenstunden im Jahr zu den wärmsten und sonnigsten Städten Deutschlands. Was die Bewohner der badischen Residenzstadt und ihre Gäste freut, macht den Sonnenschutz im Botanischen Garten zur echten Herausforderung, denn auch der beste Sonnenschutz muss hin und wieder instand gesetzt werden. Deshalb waren fachkundige Spezialisten gefragt, als es darum ging, ein Teilstück der bestehenden Schattiermatten originalgetreu auszutauschen. Gleichzeitig bestand der Wunsch, die einfache Steuerung des Sonnenschutzes durch eine möglichst verdeckt liegende, moderne Automationstechnik sicherzustellen. Ein Projekt, bei dem das beauftragte ortsansässige Familienunternehmen Rollladen Klinger auf die Erfahrung der hessischen Becker-Antriebe GmbH vertraute, die sich als Spezialist für Antriebe und Steuerungen auch einen Namen bei historischen Instandhaltungsprojekten gemacht hat.

Vom Tor aufs Dach

Der Vorteil der hölzernen Schattiermatten: Sie verfügen über beste Schattierwerte. Denn die durch Edelstahlketten miteinander verbundenen Holzstäbe schränken das unangenehme Aufheizen der Gewächshäuser weitestgehend ein, lassen dabei jedoch gleichzeitig noch ausreichend Licht für die Pflanzen hindurch. Insgesamt 18 ausrollbare Bahnen sorgen so auch im Sommer für ideale Licht- und Temperaturverhältnisse in der großherzoglichen Anlage. Drei davon galt es im Rahmen des Erneuerungsprozesses auszutauschen – jede einzelne von ihnen ca. 13 Meter lang, über 3 Meter breit und rund 250 Kilogramm schwer. Da die Schattiermatten in Dreiergruppen gesteuert werden, bedeutete das für den Antrieb: Er muss ein enormes Gewicht von mehr als 700 Kilogramm bewegen können – Dimensionen, die selbst leistungsstarke Rohrantriebe, wie sie normalerweise im Bereich Sonnenschutz verwendet werden, an ihre Grenzen bringen.

Deshalb setzte Becker auf eine ebenso außergewöhnliche wie effektive Lösung: in Form eines Aufsteckantriebs, wie er üblicherweise in der Industrie zum schnellen Öffnen und Schließen von Rolltoren zum Einsatz kommt. „Unsere Rolltorantriebe zeichnen sich durch besondere Robustheit aus und verfügen über einen kraftvollen Getriebemotor mit Schneckenradgetriebe“, erläutert Norbert Kaufmes, der im Becker-Außendienst für das Projekt verantwortlich war. „Durch ihre kompakte Bauweise brauchen sie außerdem nur wenig Platz und können lagenunabhängig eingebaut werden. Deshalb war eigentlich schnell klar: Was am Tor funktioniert, funktioniert auch auf dem Dach.“

Für jedes Wetter gerüstet

Gesteuert wird der „zweckentfremdete“ Torantrieb ganz einfach per Handschalter. Im aufgerollten Zustand sitzen die Schattiermatten kompakt wie ein Balken auf dem Giebel des Palmenhauses. Ein darüber montiertes Blechdach schützt die kostbare Holzkonstruktion zuverlässig vor Regen und Schnee. Auch dem Becker-Antrieb kann schlechte Witterung nichts anhaben: Seine spezielle Leichtmetall-Legierung sorgt dafür, dass keine Korrosion entsteht und die dauerhafte Funktionsfähigkeit sichergestellt ist. „Wir arbeiten schon seit vielen Jahren mit Becker zusammen. Deshalb wussten wir von Anfang an, dass wir auch diese Herausforderung gemeinsam lösen würden“, freut sich Thorsten Klingler, der den gleichnamigen Rollladenbetrieb heute in zweiter Generation führt, nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts. Wer also das nächste Mal im Schlosspark des Marktgrafen flaniert, für den lohnt es sich, auch das Technik-Kleinod am Palmenhaus einmal genauer in den Blick zu nehmen.