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Einblicke in die BECKER-Welt

Jubiläum – 20 Jahre Ausbildungsleiter bei Becker

24.07.2020

Auch in diesem Jahr haben wieder zwei Auszubildende der Becker-Antriebe GmbH, Spezialist für Antriebe und Steuerungen für Rollläden und Sonnenschutz, ihre Ausbildung zur Industriekauffrau erfolgreich abgeschlossen. Beide werden nach ihrer Ausbildung weiter bei Becker tätig sein. Das war schon immer Ziel des Unternehmens – den Auszubildenden die Chance zu geben, nach Beendigung der Ausbildung, weiterhin ein Teil von Becker zu bleiben.

Lea Schulte hat 2016 bei dem Speed-Dating der kaufmännischen Schulen in Dillenburg teilgenommen und unseren Ausbildungsleiter Jens Hederer von sich überzeugt, sodass sie 2017 die Ausbildung zur Industriekauffrau antreten konnte. Michelle Nassauer hat den herkömmlichen Bewerbungsweg durchlaufen – Einstellungstest und Bewerbungsgespräch.

Erfahrungen im Ausbildungsberuf
In der Ausbildung zur Industriekauffrau durchlaufen die kaufmännischen Auszubildenden alle für sie relevanten Abteilungen. Im Einkauf lernen sie Bestellungen durchzuführen, Rahmenverträge zu erstellen und Telefonate bei Rückfragen zu führen. Im Vertrieb werden Kundenaufträge bearbeitet, Angebote erstellt und Informationsmaterial versendet. Die Azubis lernen in der Buchhaltung unter anderem Rechnungen zu kontieren und einzubuchen. Die Internetseite und die Sozialen Medien werden im Marketing auf den neusten Stand gebracht. Außerdem durchlaufen unsere Auszubildenden die Abteilungen Disposition, Service und die Becker Academy. Jede Abteilung wird mindestens einen Monat oder länger besucht, um die Grundlagen der Aufgaben zu lernen. „Da wir meistens länger als einen Monat in einer Abteilung eingesetzt wurden, konnten wir uns die Abläufe sehr gut merken und selbstständig arbeiten. Falls wir doch mal Fragen hatten, konnten wir jederzeit jemanden aus der jeweiligen Abteilung um Hilfe bitten“, erzählt Lea Schulte. Michelle Nassauer erklärt: „Dadurch, dass wir in jeder Abteilung eingesetzt wurden, haben wir ein gutes Verständnis für die Prozesse des Unternehmens - welche Abteilung ist für was zuständig und an wen kann ich mich in bestimmten Fällen wenden. Außerdem haben wir alle Mitarbeiter von Becker kennengelernt, wodurch eine gute interne Kommunikation zustande kam.“

Vorbereitung auf die Abschlussprüfung
Schon im Januar 2020 wurde mit der Prüfungsvorbereitung begonnen. Jens Hederer nimmt es sich sehr zu Herzen, seine Auszubildenden bestmöglich auf die bevorstehende Abschlussprüfung vorzubereiten. Deswegen wurde einmal in der Woche gelernt. Dazu wurden Prüfungen aus den vergangenen Jahren bearbeitet und besprochen. „Jens Hederer hat sich viel Zeit für uns genommen, um uns alle Aufgaben ausführlich zu erklären“, erzählt Michelle Nassauer.

Zur Abschlussprüfung gehören drei schriftliche Prüfungsteile und eine mündliche Prüfung. Für die mündliche Prüfung arbeiten die Auszubildenden eine spezielle Aufgabe in einer ausgewählten Abteilung aus. Dafür wird ein Report angefertigt, eine Präsentation ausgearbeitet und zum Schluss wird das Ergebnis vor den Prüfungsausschüssen der IHK vorgetragen. Darauf folgt dann noch ein Fachgespräch zum jeweiligen Thema. Auch dafür haben sich Jens Hederer und die Kollegen aus den jeweiligen Abteilungen Zeit genommen, um die beiden Auszubildenden bestmöglich auf diese Präsentation vorzubereiten. „Wir haben diese Präsentationen sehr oft vorgetragen, um ein möglichst sicheren Auftritt in der Prüfungssituation zu haben. Jens Hederer hat uns viele Tipps gegeben, die uns sehr weitergeholfen haben“, erinnert sich Lea Schulte.

Jubiläum
In diesem Jahr gibt es aber gleich zwei Gründe zu feiern, denn Jens Hederer blickt auf 20 Jahre als Ausbildungsleiter bei Becker zurück. Schon seit 2000 ist er verantwortlich für die Ausbildung und Betreuung der Auszubildenden im Unternehmen. Er wählt die zukünftigen Azubis, aus einer Vielzahl der Bewerber, aus und führt mit ihnen die Vorstellungsgespräche. Er vertritt Becker beispielsweise auch in den Ausbilderarbeitskreisen der IHK oder beim Speed-Dating der kaufmännischen Schulen in Dillenburg und ist Teil des IHK-Prüfungsausschusses. Außerdem ist er sowohl Ansprechpartner als auch Lehrer für die Auszubildenden, wenn sie kurz vor ihrer Prüfung stehen.

Zu diesem Anlass hat er uns ein paar Fragen beantwortet:

Wie kam es dazu, dass Sie den Job als Ausbildungsleiter übernommen haben?
Ich habe vor 25 Jahren selbst meine Ausbildung bei Becker gemacht. Mein damaliger Ausbilder, Herr Berthel, hat dann irgendwann einen Nachfolger gesucht und da ich direkt nach der Ausbildung zum Industriekaufmann und der anschließenden Weiterbildung zum Industriefachwirt auch meine Ausbildereignungsprüfung abgelegt hatte, hat man mir die Chance bei Becker gegeben die Verantwortung für die kaufmännische Ausbildung zu übernehmen – das war mit meinen damals 25 Jahren sicher nicht üblich. Ich bin in jedem Fall dankbar dafür, dass man mir das damals schon zugetraut hat und ich die Gelegenheit hatte in diesem Bereich schon früh Verantwortung zu übernehmen.

Worauf achten Sie bei der Auswahl der Auszubildenden?
Eine ordentliche Bewerbung ist natürlich Grundvoraussetzung. Ein Bewerbungsschreiben mit vielen Rechtschreibfehlern kann, zum Beispiel, schon ein k.o.-Kriterium sein. Die Noten spielen sicher auch eine Rolle, sind aber nicht allein entscheidend. In den früheren Jahren habe ich noch standardisierte Eignungstest durchgeführt. Seit einigen Jahren verzichte ich allerdings darauf. Das wichtigste Kriterium ist immer das persönliche Gespräch zwischen einem potentiellen neuen Auszubildenden und mir. Ich muss einfach das Gefühl haben, dass die jungen Leute bei Becker ins Team passen. Ausbildung soll Spaß machen und zwar sowohl uns als Unternehmen, aber vor allem auch dem Auszubildenden selbst.

Was macht Ihnen Spaß daran?
Mir macht es einfach Spaß zu sehen wie sich „meine“ Auszubildenden vom Ausbildungsstart bis hin zur Prüfung fachlich, aber vor allem auch persönlich entwickeln. Zu meiner Schulzeit hatte ich mal das Ziel Lehrer zu werden – Ausbildungsleiter ist ja etwas, was zumindest in diese Richtung geht. Ich behaupte allerdings, dass ich einen großen Vorteil im Vergleich zu den Lehrern habe. Ich kann mir meine Auszubildenden aussuchen, das macht es sicher deutlich einfacher. Ich kann, so denke ich, behaupten, dass ich bisher immer wirklich großartige Azubis hatte. Das ist etwas, worüber ich sehr froh und dankbar bin.

Was sind die Herausforderungen? Wie vereinbaren Sie den Job als Ausbilder mit dem des Vertrieblers?
Wie ich in der Antwort auf die Frage zuvor schon sagte, habe ich in all den Jahren, bis auf ganz wenige Ausnahmen, nie wirklich Schwierigkeiten mit meinen Auszubildenden gehabt. Das macht es mir natürlich deutlich leichter die Aufgabe als Ausbilder mit meinem bisherigen und zukünftigen vertrieblichen Verantwortungsbereich zu vereinbaren. Der zeitliche Aufwand ist immer dann etwas höher, wenn die Vorbereitung der Azubis auf die Zwischen- und Abschlussprüfungen ansteht. Das ist aber in der Regel auch die Zeit, die mir persönlich am meisten Freude bereitet – auch wenn die Azubis, die kurz vor ihrer Prüfung stehen, dass so natürlich nicht immer nachvollziehen können.

Gab es schon mal einen Zeitpunkt, an dem Sie die Aufgabe gerne an jemand anderen abgegeben hätten?
Nein, diesen Zeitpunkt gab es bisher noch nie. Ich hoffe, dass wird auch noch lange so bleiben. Den Zeitpunkt zu erkennen, an dem es wichtig und richtig ist, die Aufgabe dann an einen jüngeren Kollegen abzugeben, ist die eigentliche Herausforderung.

Was ist Ihr Motto bei der Ausbildung?
Man kann sicher sagen, dass die Ausbildung unter dem Motto „Fordern und fördern“ steht. Dazu fällt mir noch ein Spruch von John F. Kennedy ein, der gut in die heutige Zeit passt aus meiner Sicht: „Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“

Wie ist es für Sie, jedes Jahr Auszubildende ins richtige Berufsleben zu verabschieden?
Ich sehe das auf der einen Seite mit einem kleinen weinenden Auge, da ich die Azubis sehr gerne in ihrer Ausbildungszeit begleite – auf der anderen Seite überwiegt aber natürlich die Freude über die bestandene Abschlussprüfung. Und da die Allermeisten am Ende ihrer Ausbildung die Möglichkeit haben bei Becker ins „richtige“ Berufsleben durchzustarten, kann ich sie auch mit ruhigem Gewissen verabschieden. Ich weiß ja, dass sie in der Fachabteilung, in der sie übernommen werden, gut aufgehoben sind und sie ihren Weg bei uns ganz sicher machen werden.


Lea Schulte (l.) und Michelle Nassauer (r.) mit ihrem Ausbilder Jens Hederer (m.).